BRD 1988
Autoren: Robert Bosshard, Heinrich Pachl
44 Min.

Mi 22. 09. | 20 Uhr | Endstation Kino

Do 07. 10. | 20 Uhr | Kino Babylon


im Rahmen von:
»Der Pott filmt,
z.B. Robert Bosshard«

improvisierte Film-Collage

Jeweils unter Mitwirkung von
Tom Briele & Peter Simon

Ben Ruhr

„Hier muss Initiative rein, klare Vorstellungen, neue Ziele sind gefragt. Wir schaffen das.“
Mit diesem Anspruch bereist Heinrich Pachl als fiktiver Imageberater Heinrich Staiger 1988 das Ruhrgebiet, bereit, jedem zu erklären, dass die Zukunft das ist, was danach kommt, und worin sie liegen wird - dem Industriemanager ebenso wie dem Publikum einer Diskothek. Bissig kommentiert er die Zukunftsstrategien der Berufsoptimisten: „Wer wirklich auswandern will, der muss hierbleiben. Wir wollen keine Almosen, wir wollen Existenzhonorar, wir wollen Lebensprämie, wir wollen Stimmungsgage. Wir werden hier nicht mehr arbeiten, sondern wir werden die Arbeit nur noch darstellen. Der Ruhrpott ist der Jackpot, und wir holen ihn uns.“
(aus „100 Dokumentarfilme zum Ruhrgebiet 1963 – 2004“, dfi - Dokumentarfilminitiative im Fimbüro NW)

„Mit der Initiative 'IBA Emscherpark' wurde die neue, eben postschwerindustrielle Epoche des Ruhrgebiets eingeläutet. Das war 1989. 1988 entwickelte ich zusammen mit dem Kabarettisten Heinrich Pachl als Imageberater eine ironische Vorschau auf dieses Unternehmen, was zunächst wenig Aufmerksamkeit weckte, außer dem üblichen Ärger bei den Medienverwaltern. Schon bald aber lief der Film als Renner, weil in vielen Teilen die Wirklichkeit buchstäblich hinter der Glosse her rannte, als müsste sie gegen den eigenen Willen der Kunst recht geben.“
(Robert Bosshard)