BRD 1988
R + S: Dore O.
K: Dore O., Serge Roman.
M: Anthony Moore, Dore O.
Mit: Geeske Hof-Helmers, Rüdiger Kuhlbrodt
35 Min.

Mi 21. 04. | 19 Uhr (neue Uhrzeit!) | Endstation Kino

zusammen mit:
Kaskara und
Frozen Flashes


So 25. 04. | 17.30 Uhr | Rio Filmtheater

zusammen mit:
Xoanon und
Candida




Blindman’s Ball

„Die Situation des Liegens, Fieberns erzeugt eine Phantasie- und Traumwelt - die Wirklichkeit zersplittert in tausend Spiegel, die des Kranken Leben, Arbeiten, Erinnern facettenartig aufzeigen.“
(Dore O.)

„Sehend hören - hörend sehen. BLINDMAN'S BALL: Dore O.s Meisterwerk. Alle Filme der Dore O. handeln vom Sehen. Deshalb sind literarische Assoziationen fast immer Zugaben aus dem Wissensreservoir des jeweiligen Rezipienten und sagen mehr über diesen als über den Film aus. - Zweifellos hat Dore beim Lesen von Texten optische Vorstellungen, verbindet Farben mit Erinnerungen, bewegt sich fast halluzinierend in sich durchdringenden Räumen - aber in ihren Filmen werden die sich wandelnden, die kontrastierenden Farben zur materialen Aussage: theatralisches Rot, eisiges bläulichgrünes Grau, gleichzeitig deprimierendes Grün, wie ein Farbschock wirkend, laut wie ein Schrei. (...)

Die Welt ist aus den Fugen. Rechts ist links, und links ist rechts, oben und unten wird vertauscht, vorwärts und rückwärts identisch. (…) Räume schieben sich wie Kulissen ineinander und übereinander. Der Betrachter hat keinen ‚Standpunkt’ mehr, die bewegten Filmbilder fallen über ihn her und machen ihn zugleich omnipotent in der Sehweise. Spiel mit der Film-Zeit. Spiel mit allen Möglichkeiten der Logik der Bilder. Ein Film, keine verfilmte Literatur. Begeisternd.“
(Eva M.J. Schmid, Katalog des 19. Internationalen Forums, Berlin)