D 1998
R+K: Rainer Komers
T: Enzio Edschmid.
S: Dieter Reifarth
44 Min.

Mo 10. 05. | 20.30 Uhr | Filmforum


zusammen mit: B 224 (Erdbewegung)

Moderation:
Michael Girke
(Autor & Filmkritiker)

Ein Schloss für alle

In einem Industrievorort von Mülheim/Ruhr liegt am Flussufer ein alter Herrensitz: das „Schloß Styrum“. Der letzte Besitzer war ein Thyssen-Baron, der es 1959 an die Stadt verschenkte mit der Auflage, dort eine Altentagestätte einzurichten. 1992 wurde die Freizeitanlage mit Park erweitert um einen Biergarten, Künstlerateliers, ein Aquarium, das Wassermuseum „Aquarius“ und eine Kleingartenanlage mit Taubenzucht. So entwickelte sich aus dem einstigen Arbeiterclub, der immer noch existiert, ein „soziales Biotop“, in dem verschiedene Individuen und Grüppchen miteinander leben und für unverkennbares Ruhrpottkolorit sorgen.

Taubenväter und Angler, Billardspieler und Stahlarbeiter-Witwen: Karl-Heinz, den sie „Bürgermeister“ nennen / Karl, ein erfolgreicher Boxtrainer / Hermann, dessen Urgroßvater ein „Eisbär“ aus Grönland war / Josef, ein menschenfreundlicher Pförtner und Schachmeister / der alte Gärtner, dessen Hühner der Fuchs holt / ein bizarrer Aquarianer / der Rolls Royce-Fahrer vom Schloßrestaurant / ein Maler, der sich selbst bemalen lässt und „Socke“, ein Schäferhundmischling. Und am Freitag gehen Türken aus der Nachbarschaft zum Gebet in die kleine Moschee.
(aus „100 Dokumentarfilme zum Ruhrgebiet 1963 – 2004“,
dfi - Dokumentarfilminitiative im Fimbüro NW)